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KLÖCKNER: KAMPF GEGEN ANTIBIOTIKARESISTENZEN MUSS WEITERGEHEN

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat dazu aufgerufen, im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen ungeachtet bisheriger Erfolge nicht nachzulassen. Klöckner sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die zunehmende Verbreitung von Resistenzen ist ein drängendes Problem sowohl für die Gesundheit der Menschen als auch die der Tiere.“ Sie fügte hinzu: „Antibiotikaresistente Bakterien machen weder an Ländergrenzen noch vor Stalltüren halt.“

Die Ministerin will an diesem Montag bei einer internationalen Konferenz zur Tiergesundheit auch die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie DART 2020 vorstellen. Nach der von Gesundheits, Agrar- und Forschungsministerium entwickelten Strategie sollen Veterinär- und Humanmedizin eng zusammenarbeiten.

„Ich begrüße es deshalb außerordentlich, dass Marokko Gastgeber dieser Konferenz ist - ein koordiniertes internationales Vorgehen ist dringend notwendig, um der zunehmende Problematik der Verbreitung von Resistenzen wirksam begegnen und sicherzustellen zu können, dass insgesamt weniger Antibiotika eingesetzt werden.“

Antibiotika würden bei Tieren „inzwischen deutlich weniger eingesetzt. Die Resistenzraten sind in vielen Bereichen rückläufig“, argumentierte Klöckner.

Bei Tieren wurden solche gegen Bakterien wirkende Mittel präventiv eingesetzt, um zum Beispiel das Wachstum zu beschleunigen. Die Europäische Union hatte 2006 den Einsatz von Antibiotika als Leistungsförderer in der Nutztierhaltung verboten.

Auch in der Humanmedizin wird häufig ohne Not ein Antibiotikum verschrieben - etwa bei einer Erkältung, die keine bakterielle Erkrankung ist. In 90 Prozent der Fälle sind Viren Ursache einer Erkältung.

Immer wieder gelingt es Bakterien, sich vor den für sie giftigen Substanzen der Antibiotika zu schützen - sie entwickeln Resistenzen. Durch zu häufigen Antibiotikaeinsatz verschärft sich dieses Resistenzproblem.

Klöckner trifft sich in Marokko auch mit ihrem Kollegen Aziz Akhannouch. „Es braucht eine gute Landwirtschaft, damit die marokkanische Bevölkerung Arbeitsperspektiven hat“, erläuterte die Ministerin. „Das fördern wir. Denn eine ertragreiche Landwirtschaft ist auch Fluchtursachenbekämpfung.“

Enge Zusammenarbeit fördere in Marokko die Lebensmittelsicherheit sowie die Produktion qualitativ hochwertiger Nahrungsmittel, die EU-Standards entsprächen. „Das stärkt die hiesige Wirtschaft, schafft Arbeitsplätze und damit Persepktiven. Gerade für die große Zahl junger Menschen im Land.“