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VON AUDITIV BIS VISUELL: WAS SIND LERNTYPEN UND WELCHER BIN ICH?

Bremen,

Es gibt unzählige schlaue Tipps dazu, wie sich Lernprozesse effektiver und nachhaltiger gestalten lassen. Eins sollte man dabei allerdings immer im Hinterkopf behalten: Jeder lernt anders! Meist fällt es schon im Grundschulalter auf: Der eine kann sich auf Anhieb alles merken, was der Lehrer vorträgt, der andere muss einen Text ganz in Ruhe lesen, um ihn wirklich verinnerlichen zu können.

Es gibt unzählige schlaue Tipps dazu, wie sich Lernprozesse effektiver und nachhaltiger gestalten lassen. Eins sollte man dabei allerdings immer im Hinterkopf behalten: Jeder lernt anders! Meist fällt es schon im Grundschulalter auf: Der eine kann sich auf Anhieb alles merken, was der Lehrer vorträgt, der andere muss einen Text ganz in Ruhe lesen, um ihn wirklich verinnerlichen zu können. Wieder andere mögen es eher praktisch, wie beispielsweise beim Experimentieren im Physik-Unterricht. Oder sie verstehen den Lernstoff am besten, wenn er in der Gruppe gemeinschaftlich erarbeitet wird. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen vier Lerntypen: Auditiv, visuell, kommunikativ und motorisch. Die meisten von uns sind allerdings eine Mischform aus diesen Typen – mit der Tendenz in eine Richtung. Wir stellen die unterschiedlichen Lerntypen vor – und liefern Praxis-Tipps und -Beispiele direkt dazu!

1. Auditiver Lerntyp: Ohren auf – hören Sie genau hin!

Der auditive (audire = hören) Lerntyp kann Inhalte am besten aufnehmen und verarbeiten, wenn sie ihm mündlich vorgetragen werden. Man erkennt ihn oft daran, dass er beim konzentrierten Lesen die Lippen bewegt. Einen Text „nur“ zu lesen, reicht ihm nämlich meist nicht, um ihn wirklich zu verinnerlichen – entscheidend für den nachhaltigen Lernerfolg ist das, was er hört. Ähnlich geht es auch Jana Rother, Bankkauffrau und Studentin der Angewandten Psychologie an der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft. Texte, deren Inhalte ihr schwer verständlich sind, liest sie laut und profitiert dabei unter anderem von der Betonung bestimmter Wörter und Passagen, um Prioritäten erkennen und behalten zu können. Auditive Lerntypen können in der Regel gut mit Lern-CDs, Tonband- und Aufnahmegeräten oder entsprechenden PC-Programmen arbeiten. So auch Jana Rother: „Audiodateien haben einige Vorteile: Ich kann sie immer wieder abhören und sie sind flexibel – ich höre sie zum Beispiel gern beim Spazierengehen.“ Neben selbst erstellten Audio-Dateien und Hörbüchern nutzt Jana Rother zum Lernen auch Webinare, bzw. die regelmäßig angebotenen Onlinevorträge der APOLLON Hochschule. Zudem ermöglicht ihr eine Gasthörerschaft an der TU Chemnitz den Besuch ausgewählter Vorlesungen. Übrigens: Auditive Lerntypen sind mitunter sehr geräuschempfindlich. Achten Sie also darauf, dass Sie in ruhiger Umgebung lernen können und störende Nebengeräusche – das können schon das Ticken einer Uhr oder das Rauschen einer Computerlüftung sein – möglichst ausgeschaltet werden. 

2. Visueller Lerntyp: Adlerauge sei wachsam – behalten Sie den Durchblick! 

Visuelle Lerntypen verlassen sich ganz auf ihre Augen – sie lesen und beobachten gern, schauen sich Bilder an und mögen Grafiken, Farben sowie Illustrationen. Sie machen sich Notizen, halten alles schriftlich fest, lassen sich Dinge gerne zeigen und legen oft auch Wert auf eine ästhetisch ansprechende Lernumgebung. Kurz: Ihr ausgeprägtester Sinn ist das Sehen – und sie können Gesehenes oder Gelesenes vor ihrem inneren Auge jederzeit wieder abrufen. Diana Meier-Soriat, Social-Media-Profi und mit „Sketchnotes by Diana“ (www.sketchnotes-by-diana.com) erfahrene Expertin für die visuelle Umsetzung von Ideen und Inhalten, erklärt uns: „Der visuelle Lerntyp lernt in Bildern. Er merkt sich nicht graue Textblöcke, sondern Bilder, Strukturen und Farben. Wenn wir etwas hören und lesen, können wir uns nach drei Tagen in der Regeln noch an zehn Prozent davon erinnern. Wird das Ganze visuell unterstützt, sind es immerhin schon 65 Prozent – das ist der sogenannte Picture Superiority Effect. Verstärkt wird dieser Effekt noch, wenn man selber zeichnet. Als Handwerkszeug reichen Stift, Papier und im besten Fall auch noch Farben völlig aus.“ Diana Meier-Soriat arbeitet besonders gerne und effektiv mit Sketchnotes. Das sind visuelle Notizen, die aus einer Mischung aus Handschrift, Zeichnungen, handgezeichneter Typografie und grafischen Elementen wie Pfeilen, Kästen und Linien bestehen. „Sketchnotes sind visuelle Landkarten“, erklärt sie. „Man erstellt Sketchnotes mit dem Anspruch, am Ende ein fertiges Bild zu haben. Insofern konzentriert man sich besonders, sortiert und filtert die wichtigsten Informationen heraus und setzt sie direkt zeichnerisch um.“ In Stress sollte das Zeichnen aber nicht ausarten: „Sketchnoting bedeutet ja nicht nur Zeichnen, sondern auch Notieren. Insofern sollte es nicht das Ziel sein, ein besonders buntes Wimmelbild zu erstellen, sondern es soll ruhig auch geschrieben werden“, so Diana Meier-Soriat. 

3. Kommunikativer Lerntyp: Nicht auf den Mund gefallen – diskutieren Sie es aus! 

Um ein Thema zu verstehen und auch zu behalten, muss der kommunikative Lerntyp sich austauschen. Er lernt am besten, wenn er ein Gegenüber hat – jemand, mit dem er über Inhalte sprechen und diskutieren kann. Er stellt gerne Fragen, erklärt aber mindestens genauso gerne, er widerspricht, gibt Denkanstöße – kurz: Er liebt die intensive sprachliche Auseinandersetzung mit anderen. Er ist ein echter Teamplayer. Für kommunikative Lerntypen empfehlen sich deshalb Lern- und Arbeitsgruppen, gemeinsame Projektarbeit, Diskussionsgruppen und auch Rollenspiele. Benedikt Eckerskorn und Stefanie Peschl, die an der APOLLON Hochschule Gesundheitsökonomie bzw. Präventions- und Gesundheitsmanagement studiert haben, sind seinerzeit vor allem durch Zufall zu ihrer ganz eigenen Lernmethode gekommen. Während des stundenlangen Lernens zu Hause ist ihnen irgendwann die Decke auf den Kopf gefallen. Beim gemeinsamen Spaziergang an der frischen Luft wollten sie eigentlich auf andere Gedanken kommen – haben dann aber doch wieder über den aktuellen Stoff gesprochen. Und waren hinterher überrascht, wie viel dabei hängen blieb. „Von da an haben wir unseren Lernstoff vorbereitend alleine durchgearbeitet und anschließend auf Karteikarten notiert. Dann sind wir spazieren gegangen und haben uns dabei die Inhalte gegenseitig vorgetragen, erklärt und beim gegenseitigen Abfragen vertieft“, erzählt Benedikt Eckerskorn. „Man war stets gefordert, weil man teilweise erklären und dann wieder genau zuhören musste – und man konnte sich gegenseitig motivieren, wenn einer mal einen Durchhänger hatte“, beschreibt Stefanie Peschl die Vorteile dieser Methode. Der regelmäßige Austausch mit einem Kommilitonen, der Bewegung an der frischen Luft und der Abwechslung zum sonst eher monotonen Lernen der Hefte waren weitere große Pluspunkte, die den Lerneffekt bei den beiden nachhaltig verstärkt haben.  

4. Motorischer Lerntyp: Immer in Bewegung – bleiben Sie experimentierfreudig!

Die eben beschriebene Lernmethode von Benedikt Eckerskorn und Stefanie Peschl enthält durchaus auch ein wesentliches Merkmal, das den motorischen Lerntyp ausmacht: die Bewegung. Der motorische Lerntyp ist nämlich ein richtiger „Macher“. Bewegen, Handeln und Fühlen – so lernt er am besten. Er braucht die unmittelbare Beteiligung am Lernprozess, „learning by doing“ lautet seine Devise. Er ist ein Freund von Experimenten, er braucht eigene, praktische Erfahrungen mit bestimmten Sachverhalten, um sie in all ihrer Komplexität nachempfinden zu können. Ähnlich wie der kommunikative Lerntyp tut ihm Gruppenarbeit gut, der Austausch mit anderen. Um Lernerfolge zu erzielen, kann es ihm auch helfen, beim Lernen körperlich aktiv zu sein, beispielsweise, wie Benedikt Eckerskorn und Stefanie Peschl, spazieren zu gehen, auf und ab zu laufen oder eine andere rhythmische Bewegung auszuführen. Von Vorteil kann es auch sein, sich zum Thema passende Gegenstände zu besorgen und diese während des Lernvorgangs anzufassen. 

Hier gibt es Beratungsmöglichkeiten:

Der APOLLON Studienservice berät Sie zu allen Fragen rund um das Fernstudium. Das engagierte Team steht Ihnen beratend, mit Orientierung und Vermittlung vor und während des Fernstudiums sowie beim Übergang von der Hochschule ins weitere Berufsleben zur Verfügung. Dazu gehört natürlich auch eine individuelle Unterstützung Ihrer Studienorganisation. Die Entwicklung eines effizienten, nachhaltigen Lernstils im Studium ist gerade als Berufstätiger sehr wichtig – der Studienservice versucht, gemeinsam mit Ihnen herauszufinden, wann, und wo Sie gerne lernen und wie Sie sich Freiräume für das Studium schaffen können. 

Dafür setzt der Studienservice das gesamte Know-how der im Fernunterricht erfahrenen Klett Gruppe ein. Das Serviceteam mit Studienberatern steht Ihnen gern zur Verfügung und freut sich auf Ihre Anfragen! Rufen Sie einfach an unter 0800 3427655 (gebührenfrei, Mo-Fr 8-18 Uhr) oder senden Sie eine E-Mail an studienservice@apollon-hochschule.de. Gerne können Sie auch einen persönlichen Beratungstermin vor Ort in Bremen vereinbaren, eine Anfahrtsskizze, verschiedene Ansprechpartner und mehr finden Sie im Internet unter www.apollon-hochschule.de/studienservice/ihr-studienservice/

Autorin: Hayat Issa