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PATIENTENSCHÜTZER: REGIERUNG LÄSST ZUHAUSE GEPFLEGTE IM REGEN STEHEN

Berlin (dpa),

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nehmen nach Darstellung der Deutschen Stiftung Patientenschutz ihnen gesetzlich zustehende Leistungen kaum in Anspruch.

Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "1,8 Millionen pflegebedürftige Menschen werden zu Hause betreut. Davon nutzen nur 67 000 Leistungen der Tages- und Nachtpflege. Das sind gerade einmal 3,7 Prozent." Für berufstätige Angehörige "sind Pflege- und Familienpflegezeit ein Flop. Von 375 000 Anspruchsberechtigen haben 242 ein Darlehen beantragt. Das ist nicht mal ein Promille."

Brysch warf der Bundesregierung vor, die gesetzlichen Leistungen so konzipiert zu haben, "dass die überwältigende Mehrheit sie gar nicht in Anspruch nehmen kann oder will". Die Zahlen machten jedenfalls "klar, wie unattraktiv die gesetzlichen Angebote sind". Diese seien sehr oft unbekannt. Häufig würden auch interessierte Pflegende und Pflegebedürftige von bürokratischen Hürden abgeschreckt. 

Brysch bekräftigte: "Wir brauchen bedarfsgerechte Zugänge, zielgenaue Informationen vor Ort und mehr aufsuchende Beratung. Deshalb muss die Bundesregierung einen Entwicklungsplan "Pflege 2025" vorlegen. Ziel muss sein, dass 25 Prozent der Betroffenen die gesetzlichen Hilfestellungen in Anspruch nehmen können."

Die AOK legt an diesem Montag ihren Pflegereport 2016 vor. Er legt den Schwerpunkt auf pflegende Angehörige.