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Medizinhistorisches Museum eröffnet in Hamburg

Hamburg (dpa) ,

Ein Sektionssaal wird zum Schmuckstück: Auf den Raum mit den Sektionstischen von 1926 sind die Initiatoren des Medizinhistorischen Museums Hamburg besonders stolz. Das neue Museum öffnet am Mittwoch.

Die Geschichte der modernen Medizin zwischen Sektionssaal und Röntgenröhren: Das Medizinhistorische Museum Hamburg öffnet an diesem Mittwoch (30. Oktober) seine Tore. Auf dem Gelände des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) sollen Besucher im historischen Ambiente des denkmalgeschützten Fritz-Schumacher-Hauses in die Geschichte der Medizin eintauchen können. Zu den besonderen Exponaten gehörten ein "deutschlandweit einzigartiger Sektionssaal und eine der ersten Röntgenröhren weltweit", berichtete das UKE am Montag. Den Auftakt macht die Dauerausstellung "Die Geburt der modernen Medizin".

Das neue Museum stellt die Entwicklung von Medizin und Gesellschaft mit rund 600 Exponaten auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern dar. Zu sehen sind unter anderem zahlreiche Moulagen - Wachsmodelle, die äußerliche Merkmale von Krankheiten auf der Haut dreidimensional abbilden. Diese entstanden aus Gipsabdrücken von Patienten, die dann mit einer speziellen Wachsmischung ausgegossen und in Anwesenheit der Patienten koloriert wurden. Seit dem 19. Jahrhundert wurden sie für wissenschaftliche Präsentationen und im Unterricht der Medizinstudierenden genutzt.

"Mit 600 Moulagen gehört die Sammlung des UKE zu den umfangreichsten noch erhaltenen Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Etwa 50 von ihnen zeigen wir in der Dauerausstellung; sie dokumentieren, wie die Syphilis-Erkrankung zwischen 1880 und 1950 dargestellt und therapiert wurde", erklärte Kuratorin Antje Zare. Daneben vermittelt etwa das Thema "Medizinstudium" mit Modellen aus der anatomischen Lehrsammlung Eindrücke von Größe, Form und Lage der Körperorgane. Zu den weiteren Bereichen gehören "Hafen und Medizin" und "Krankheit und Stadt", in dem es unter anderem um die verheerende Choleraepidemie von 1892 mit mehr als 8600 Todesopfern geht.

Im restaurierten Sektionssaal, in dem die Körper von Toten untersucht wurden, stehen acht steinerne Sektionstische von 1926. In dieser Form sei der historische Saal einzigartig in der deutschen Museumslandschaft, betonten die Initiatoren. Seit 2007 waren die Räume des Hauses restauriert worden. Das neue Museum steht unter der Leitung des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin des UKE.