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Mediziner: Borreliose-Labortests oft nicht genau genug

Erfurt (dpa) ,

Bei Infektionen durch Zecken denken viele zuerst an FSME. Doch viel häufiger ist die Borreliose, vor der keine Impfung schützt. In Erfurt geht es auf einer Fachtagung um Diagnostik und Therapie.

Fachleute fordern verbesserte Qualitätsstandards bei den Labortestverfahren zur Diagnostik der Borreliose. Sie ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Die Deutsche Borreliose-Gesellschaft beklagte am Freitag in Erfurt vor allem methodische Defizite bei den Blut- und Nervenwassertests. "Die verfügbaren Tests sind oft nicht empfindlich genug", sagte der Mediziner Karl Bechter vom Klinikum Günzburg auf der Jahrestagung der Gesellschaft. Vor allem bei Symptomen des Nervensystems wie Nervenschmerzen oder Lähmungserscheinungen sei es daher schwierig, die Infektion von anderen Erkrankungen abzugrenzen.

In Deutschland erkranken nach Hochrechnungen jährlich Zehntausende Menschen an Borreliose, für die keine bundesweite Meldepflicht existiert. Das ist ein Vielfaches der ebenfalls von Zecken übertragene Frühsommer-Enzephalitis (FSME), von der im vergangenen Jahr bundesweit 420 Fälle registriert wurden.

Anders als die Viruserkrankung FSME, die vor allem in Süddeutschland auftrete, sei die durch Bakterien ausgelöste Borreliose in Deutschland flächendeckend verbreitet, sagte der Vorsitzende der Fachgesellschaft, Hartmut Prautzsch. Allerdings sei nicht jede Zecke gefährlich. "Nur bei etwa jedem 100. Zeckenstich wird tatsächlich Borreliose übertragen."

Wichtigstes Frühanzeichen ist die "Wanderröte" auf der Haut, ein roter Ring um die Einstichstelle. "In diesem Fall sollte man unbedingt sofort zum Arzt gehen, um möglichst schnell eine Antibiotika-Behandlung zu beginnen", sagte Tagungsleiter Bechter.

Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es nicht. In Erfurt diskutieren 150 Experten aus vier europäischen Ländern, den USA und Kanada noch bis Samstag Diagnostik und Therapie von Borreliose.