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Malteser: Krankheitsbilder bei Schutzlosen vielfach ausgeprägter

Berlin (dpa),

Mangels Krankenversicherung oder aus Angst vor Abschiebung gehen viele Menschen aus anderen Ländern in Deutschland nicht zum Arzt. Die Malteser helfen den Betroffenen.

Oft meldeten sich die Erkrankten später als Patienten, die krankenversichert seien, sagte Angelika Haentjes-Börgers, Abteilungsleiterin Migration der Malteser Werke, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Malteser Migranten Medizin behandelt Menschen ohne Krankenversicherung. Wie hat sich Ihre Arbeit in den vergangenen Jahren verändert?

Haentjes-Börgers: "Wir machen die Arbeit seit 2001. Heute haben wir zwölf Standorte in Deutschland. Der Status vieler Patienten hat sich verändert. Nur noch rund ein Drittel zählt zu den irregulär Zugewanderten. Ein großer Teil der Patienten kommt aus den neuen östlichen EU-Ländern. Und wir haben auch Deutsche ohne Krankenversicherung. Unsere Patienten kommen oft später als Patienten, die krankenversichert sind. Die Krankheitsbilder sind vielfach ausgeprägter als in einer normalen Hausarztpraxis. In unseren Einrichtungen arbeiten auch Fachärzte. Und Menschen, die bei uns nicht behandelt werden können, werden auch von anderen Ärzten weiterbehandelt."

Müssen irreguläre Einwanderer dann nicht die Abschiebung fürchten?

Haentjes-Börgers: "2009 ist eine Verwaltungsvorschrift geändert worden. Vorher mussten die Patienten immer Angst haben, weil Beteiligte verpflichtet waren, die Daten an die Ausländerbehörde weiterzugeben. Seither gilt in vielen Fällen ein verlängerter Geheimnisschutz. Die ärztliche Schweigepflicht wurde also gestärkt.
Aber was ist zum Beispiel mit an einer Behandlung beteiligten Helfern? Müssen die Daten an die Behörden weitergeben? Die Malteser Migranten Medizin sichert grundsätzlich Anonymität zu."

Setzen großzügige Hilfen nicht Anreize für mehr Armutseinwanderung?

Haentjes-Börgers: "Nein, nach unserer Erfahrung überhaupt nicht.
Sonst müssten wir ja ganz andere Patientenzahlen haben. Ich glaube nicht, dass jemand, der in Rumänien lebt, deshalb eher nach Deutschland kommt, weil es Einrichtungen wie die Malteser Migranten Medizin gibt. Das wäre an den Haaren herbeigezogen."