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Hausärzteverband: Honorare nicht nach Gießkannenprinzip verteilen

Der Deutsche Hausärzteverband hat differenzierte Honorarerhöhungen für einzelne Ärztegruppen je nach ihrer Bedeutung für die medizinische Versorgung und Einkommenssituation verlangt.

Eine Vergabe des Honoraraufschlags nach dem Gießkannenprinzip nütze niemandem richtig, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Bei Hausärzten gebe es sicherlich mehr Nachholbedarf bei den Honoraren als bei vielen hoch technisierten Facharztpraxen. 

Das Nachwuchsproblem bei den Hausärzten habe sicherlich auch damit zu tun, dass sich die Verdienstmöglichkeiten eines Hausarztes weiterhin nicht mit denen eines Facharztes vergleichen ließen. Neben den Honoraren über die gesetzliche Krankenversicherung hätten Hausärzte im Gegensatz zu Fachärzten so gut wie keine Privatpatienten. "Hier muss mehr Realität ins Geschäft", forderte Weigeldt. 

"Die Koordination ist für die älter werdende Bevölkerung wichtig. Das heißt, wir brauchen eine starke Hausärztebasis." Weigeldt plädierte für die Förderung eines zweigliedrigen Systems. Dabei solle der Hausarzt für die Bevölkerung erster Ansprechpartner sein, der "als Koordinator die Befunde zusammenstellt und den ganzen Menschen sieht". Auf der zweiten Ebene müssten dann die Spezialisten angesiedelt sein, "die ich für meine Patienten brauche". 

Weigeldt verlangte entsprechend eine differenziertere Forderung der niedergelassenen Ärzte in den laufenden Honorarverhandlungen für 2015. Man müsse dabei die förderungswürdigen Bereiche bereits zu Beginn klar benennen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte in der ersten Verhandlungsrunde nach Darstellung der Krankenkassen 15 Prozent oder fünf Milliarden Euro mehr Honorar verlangt. An diesem Mittwoch gehen KBV und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in die zweite Runde.