Zurück

Auszeichnungen


Zurück

APOLLON Dekanat


Zurück

APOLLON Projekte


Zurück

Hochschulverlag


Persönliche Studienberatung
0800 / 342 76 55
gebührenfrei: Mo.-Fr. 8-18 Uhr
Persönliche Studienberatung
0800 / 342 76 55
gebührenfrei: Mo.-Fr. 8-18 Uhr

DENKEN IN KUNDENGRUPPEN VERBESSERT QUALITÄT

Bremen,

Prof. Dr. Peter Michell-Auli

Wissenschaftler der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft identifizieren Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Pflege.

Wissenschaftler der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft identifizieren Weiterentwicklungsmöglichkeiten in der Pflege.

Die Verabschiedung der Pflegestärkungsgesetze durch den Deutschen Bundestag und Bundesrat leitete im Jahre 2015 faktisch einen Paradigmenwechsel in der Pflege ein. Insbesondere um die häusliche Versorgung zu stärken, nahm die Gesetzesreform auch Anpassungen vor an dem bereits bestehenden Anspruch der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen auf umfassende Beratungsleistungen. Denn um das erklärte Ziel einer Stärkung der häuslichen Versorgung zu erreichen, muss die Pflegeberatung hohen Qualitätsansprüchen genügen.

Auf Basis von Evaluationsergebnissen bei der compass private pflegeberatung weisen Wissenschaftler der APOLLON Hochschule jetzt darauf hin, dass eine qualitativ hochwertige Pflegeberatung auch davon abhängt, ob die Bedarfe unterschiedlicher Kundengruppen berücksichtigt und erfüllt werden. Die compass private pflegeberatung bietet für alle privat Versicherten eine Pflegeberatung an und hat damit einen geschätzten Marktanteil von 12 Prozent. „In der Vergangenheit sind wir bei der Diskussion um mögliche Weiterentwicklungen in der Pflege zu sehr davon ausgegangen, dass es sich etwa bei den Angehörigen sowie bei den Pflegebedürftigen um eine homogene Gruppe handelt. Dies ist aber nicht der Fall“, sagt Prof. Dr. Peter Michell-Auli, Dekan für Pflege und Soziales an der APOLLON Hochschule und Projektleiter der Evaluation der compass private pflegeberatung.

Verschiedene Gruppen, verschiedene Bedarfe
Für die Weiterentwicklung der Qualität scheint ein Denken in Kundengruppen zielführend. Im Rahmen der Evaluation von compass wurde eine Clusteranalyse durchgeführt und die folgenden Kundengruppen identifiziert: „Angehörige und Menschen mit Demenz“, „Angehörige und Allgemeine Pflegeberatung“, „Kinder als Pflegebedürftige“, „Weibliche Selbstkümmerer“ und „Ratsuchende Männer“. Dabei sollen bei der nächsten Erhebung Daten zum Migrationshintergrund der Rat- und Hilfesuchenden erfasst werden, da die Datenlage zeigt, dass es sich hierbei sehr wahrscheinlich um eine weitere Kundengruppe handelt. „Nachvollziehbar ist“, so Michell-Auli weiter, „dass die pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz und Kindern nicht einfach in einen Topf geworfen werden können. Dies wird allein schon an den unterschiedlichen Informationen deutlich, die im Rahmen der Beratungen notwendig sind.“ Birte Schöpke und Isabella Schimitzek, die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen im Projekt, ergänzen: „Ein Denken, dass auch für andere Versorgungsangebote verstärkt berücksichtigt werden müsste.“

Die Evaluation ergab zudem, dass die einzelnen Kundengruppen die Komponenten der Beratungsqualität anscheinend unterschiedlich bewerten. So legt etwa die Regressionsanalyse in den Kundengruppen die Hypothese nahe, dass für die „ratsuchenden Männer“ die Beziehungsqualität und für die „weiblichen Selbstkümmerer“ die Strukturiertheit der Kommunikation von besonderer Bedeutung ist. Dies sind Teilergebnisse einer Evaluation, die 2015 und 2016 durchgeführt wurde. Für die Evaluation wurden sowohl die Rat- und Hilfesuchenden schriftlich befragt (Kundenbefragung) als auch zwei Erhebungen durch Experten durchgeführt, die vorgaben „normale“ Kunden zu sein (Mystery Shopping/Mystery Calling). Bei den Experten haben zum einen Ehrenamtliche der regionalen Alzheimergesellschaften und Tester der Dr. Grieger & Cie. Marktforschung diese Aufgabe übernommen.

Die Ergebnisse der Evaluation und wie die compass private pflegeberatung auf Basis dieser ihre Qualität weiterentwickelt, wird auf dem 9. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft 2016 am 30. September 2016 in Saarbrücken präsentiert. Der Abschlussbericht wird von compass unter www.compass-pflegeberatung.de veröffentlicht. 

Weitere Informationen im Internet unter www.apollon-hochschule.de 

Pressekontakt:
textpr+, Yvonne Bries, Tel. 0421 565 17-24, bries@textpr.com