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TAGUNG IN ROSTOCK: RADIKALER WANDEL DER MEDIZIN DURCH DIGITALISIERUNG

Rostock (dpa) ,

Viele Strukturen im Medizinbetrieb in Deutschland gelten als veraltet und ineffektiv. Die Digitalisierung wird nach Überzeugung das Gesundheitssystem massiv verändern - das zentrale Thema der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft in Rostock.

Die Digitalisierung wird nach Ansicht des Greifswalder Mediziners Marek Zygmunt die medizinische Versorgung radikal verändern. "Sie ist aber in erster Linie eine Chance zur Lösung alter Probleme des Gesundheitssystems", sagte Zygmunt der Deutschen Presse-Agentur. Er ist Präsident der 12. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft an diesem Mittwoch und Donnerstag in Rostock-Warnemünde mit mehr als 600 Teilnehmern.

Gerade in Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern mit demografischen Problemen könnten dank digitaler Technologien Versorgungsunterschiede zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Räumen ausgeglichen werden.

So gebe es durch neue bildgebende Verfahren die Möglichkeit, dass sich Ärzte aus großer Entfernung um Patienten kümmern und sie beraten können. Mit der "digitalen Transformation" bestehe auch die Möglichkeit, dass der Arzt Zugriff auf die gesamte Krankenakte seiner Patienten hat, sagte Zygmunt. "Er verschreibt auch nicht das 20. und in manchen Fällen sogar unnötige Medikament."

Das Argument, dass ältere Menschen sich nicht mit Internet- oder Smartphone-Kommunikation auskennen, stimme immer weniger. Erhebungen zufolge tauschen sich bis zu 70 Prozent der Älteren über neue Medien aus, sagte Zygmunt. Patienten werden nach seiner Überzeugung künftig bewusster und besser informiert zum Arzt gehen: "Die Menschen werden zu ihrem eigenen "health manager" und ihre eigenen Gesundheitsdaten erheben." Schon heute gebe es die Möglichkeit, an ein Smartphone ein Ultraschallgerät anzuschließen und eine Eigendiagnose zu erstellen.

Ob das sinnvoll ist, sei eine andere Frage. "Es ist jedoch ein Zeichen dafür, unter welch radikalem Wandel das Gesundheitssystem steht", sagte Zygmunt. Der Chef der Greifswalder Universitäts-Frauenklinik wies auch auf die globale Bedeutung der Digitalisierung hin. Epidemien ließen sich schneller und besser erkennen, wenn soziale Medien ausgewertet werden: "Wenn irgendwo am anderen Ende der Welt ein paar Hundert Menschen im Internet schreiben, dass sie Kopfschmerzen und Fieber haben, könnte ein gefährlicher Krankheitserreger die Ursache sein."